
Damals + heute
Während Seefahrten, die früher ja Wochen und Monate dauerten, trat ein Vitamin C-Mangel häufig auf, da es an Bord kein frisches Obst und Gemüse gab. Die Seeleute bekamen dann, bedingt zur einen ungenügenden Kollagenaufbau, typische Symptome wie Schleimhaut- und Zahnfleisch-Blutungen, Gelenk- und Muskelschmerzen und Körperschwäche. Als man die Ursache dieser Erkrankung, Skorbut genannt, erkannte, ging man dazu über, große Mengen Sauerkraut mitzunehmen, da dieses reich an Vitamin C ist.
Heute ist ein Vitamin C-Mangel sehr selten, zumindest in allen Ländern, die über ein regelmäßiges Angebot von Obst + Gemüse verfügen.
Vitamin C an Bord?
Vitamin C (Ascorbinsäure) schützte früher an Bord vor Skorbut. Heute ist bekannt, dass es auch vor der Seekrankheit schützen kann. 500 mg Vitamin C halbieren die Häufigkeit von Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Grund hierfür ist, dass Vitamin C den Histaminabbau beschleunigt. Wer hierzu mehr erfahren möchte, dem sei das Buch „Histamin-Intoleranz – Histamin und Seekrankheit“ von Prof. Dr. Reinhart Jarisch empfohlen.
Aber nicht nur an Bord sondern auch in der Lebensmittelindustrie und in unserer Küche lässt sich Vitamin C sinnvoll einsetzen.
Was Vitamin C kann
In unserem Körper ist es am Kollagenaufbau, man könnte auch sagen an unserem Eiweißkleber, beteiligt. Ohne dieses Kollagen wird das Bindegewebe schlaff und rissig. Es hilft bei der Umwandlung von inaktivem Vitamin D in aktives Vitamin D und schützt damit vor Osteoporose. Außerdem wirkt es antioxidativ und damit als Radikalfänger.
Vitamin C in unserer Küche
– wirkt ebenfalls antioxidativ, es verhindert also die Anlagerung von Sauerstoff. So sorgt z.B. Vitamin C aus Zitronensaft dafür, dass Äpfel nach dem Anschneiden nicht braun werden.
– verbessert Vitamin C die Haltbarkeit von Mehl (auf der Verpackung deklarationspflichtig)
– stabilisiert Vitamin C das Klebergerüst (sozusagen das Kollagen des Teiges) und fördert damit Teigvolumen und Ausbildung einer luftigen Krume. Da das Vitamin selbst beim Backen durch die Hitze zerstört wird, ist es für diese Backwaren nicht deklarationspflichtig.
Wieviel Vitamin C?
– Der Tagesbedarf beträgt ca. 100 mg; dieser kann durch regelmäßigen Verzehr von Obst und Gemüse incl. Kartoffeln ohne Weiteres gedeckt werden.
– Histaminintolerante können bei Histaminüberlastung 500 mg Vitamin C, gelöst in 1 Glas Wasser, zu sich nehmen. Das aufgenommene Vitamin C beschleunigt den Histaminabbau im Körper.
– Möchtest du ein Apfelkompott oder Apfelmus zubereiten, das hell bleiben soll, dann gib‘ je nach Menge eine gute Prise bis 120 mg Vitamin C-Pulver hinzu.
– Und nun zur Auflösung des Fotorätsels: Brot- und Brötchenteige, insbesondere solche mit geringerem Klebergehalt (=Glutengehalt), profitieren von der Zugabe von Vitamin C (120 mg / 500 g Mehl; z. B. Vitamin C-Pulver von „altapharma“, gekauft bei Rossmann). Die Backwaren werden dann besonders locker und luftig. Probier‘ das gerne einmal mit den Joghurtbrötchen und mit dem Roggenmischbrot aus!