Am Anfang war die Kalebasse
Der Urahn aller Kürbisse ist die Kalebasse („calebasse“ frz. und calabaza spanisch = Kürbis). Dieser Flaschenkürbis, vermutlich zuerst in Afrika verwendet, verholzt stark. Man benutzte ihn deshalb nicht zum Kochen, sondern höhlte ihn aus und ließ ihn trocken, bis er so hölzern und wasserdicht war, dass er als Aufbewahrungsgefäß z.B. für Wasser benutzt werden konnte. Dieses Gefäß wurde weltweit als Kalebasse bekannt; häufig wurde sie mit Schnitzereien oder Brandzeichen versehen. Heute wird der Urahn aller Kürbisse nicht mehr gefunden; allenfalls noch seine Samen, die teils auf ein Alter von vielen tausend Jahren datiert werden.
Zum Verzehr kommt heute eine Vielzahl anderer Kürbisse, die einfacher zu verarbeiten sind als ihr Urahn und zudem noch schmecken und gesund sind.
Wie gesund sind Kürbisse?
Kürbisse zählen zu den leicht verdaulichen Gemüsesorten – also gibt es kene Beschwerden seitens Magen und Darm. Kürbisse enthalten viel Wasser und Mineralien und auch ihre Farbe hat es in sich. Gelb und orange entstammen den Carotinoiden, aus denen Vitamin A entsteht und die uns als Antioxidantien vor freien Radikalen schützen.
Verwendung + Verarbeitung
Kürbisse sind außerordentlich vielseitig verwendbar. Es gibt ehr kein Küchenthema, für das sie nicht einsatzbereit wären. Soße, Püree, gegrillt, gebacken oder als Deko – Kürbisse passen sich an und geben Farbe! Nach leckeren Rezepten schau gerne hier.
Auch im gut sortierten Supermarkt sind nicht immer alle Kürbisse zu bekommen. Immerhin beanspruchen sie ja auch jede Menge an Platz! Außerdem kommen wir mit einigen wenigen Sorten schon prima aus:
Butternutkürbis
Dieser Kürbis erinnert noch am ehesten an einen Flaschenkürbis. Das Tolle an ihm ist, dass man seinen Flaschenhals in Scheiben schneiden kann, die man dann schält und im Ganzen oder gewürfelt weiter verarbeitet. Den Bauch kann man dann längs halbieren, aushöhlen und ebenfalls weiter verarbeiten.
Hokkaidokürbis
Das Tolle am Hokkaidokürbis ist, dass er mit Schale verwendet und gegessen werden kann. Wie der Butternutkürbis ist er ein prima Farbgeber. Sein Stärkeanteil ist etwas höher als der des Butternutkürbis, weshalb er auch gerne für Püree oder Nocken verwendet wird. Außerdem ist er der beliebteste Deko-Kürbis und Schnitz-Kürbis für Herbst und Halloween.
Muscade-Kürbis (= Muskatkürbis)
Der Muskatkürbis kann außerordentlich groß werden und bis zu 40 kg wiegen. Es gibt aber auch kleinere Sorten.
Muskatkürbis soll ein besonders würziges, leicht süßliches und an Muskat erinnerndes Aroma mit sich bringen. Seine prinzipiell essbare Schale ist sehr hart und würde eine lange Garzeit benötigen. Deshalb macht es Sinn, die Schale vor dem Garen zu entfernen. Muskatkürbis lässt sich ohne Weiteres durch Butternut- oder Hokkaidokürbis ersetzen.
Spaghettikürbis
Er wird oft dafür gepriesen, dass sich sein gegartes Fruchtfleisch spaghettiähnlich aufdröselt. Mich erinnert es eher an Sauerkraut. Bevor du das selbst beurteilen kannst, musst du ihn jedoch erst einmal aufkriegen! Und das ist nicht so einfach. Irgebdwo habe ich gelesen, wenn man selbst seine Finger behalten wolle, solle man jemand anders ranlassen. O.k., ziemlich unfair. Oder man solle ihn auf Stein werfen. O.k., ziemlich archaisch.
So hat es bei mir mit einem großen scharfen Messer geklappt: Den Kürbis auf ein feuchtes Tuch legen, damit er nicht so leicht wegrutscht. Dann mit Kraft, aber auch mit aller Vorsicht quer (nicht längs!) durchschneiden.
Ein leckeres Flammkuchen-Rezept für deinen „Sauerkrautkürbis“ (mit Tomatensoße als Ersatz für Spaghetti konnte ich mir das Fruchtfleisch nun wirklich nicht vorstellen) findest du hier.
Zucchini
Ja – Zucchini gehören ebenfalls zu den Kürbisgewächsen. Sie haben sich aus der Zucht für Gartenkürbisse entwickelt. Zucca ital. = Kürbis. Zucchine ital. = kleiner Kürbis.
