Diabetes mellitus Typ 2
Dieser Diabetes-Typ, der meistens nach dem 30. Lebensjahr auftritt, wurde bis vor kurzem Alters-Diabetes genannt. Typisch für diese Diabetesform ist eine nachlassende Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse relativer Insulinmangel, einhergehend mit zudem abgeschwächter Insulinwirkung (sogenannte Insulinresistenz).
Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1 wird zwar noch Insulin gebildet, es reicht für eine normale Blutzuckersenkung jedoch nicht mehr aus.
Häufige Folgen eines nicht erkannten oder schlecht eingestellten Diabetes mellitus sind Blutgefäßverkalkung (Arteriosklerose), Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall), Nervenschädigung (Polyneuropathie) und Netzhauterkrankung bis hin zur Erblindung.
Die gute Nachricht ist, dass du selbst dazu beitragen kannst, die Wirkung deines körpereigenen Insulins zu verbessern und unter Umständen deinen Medikamentenbedarf zu senken (mit Arztabsprache).
Ernährung
Die Ernährungsempfehlungen bei Diabetes mellitus unterscheiden sich heutzutage kaum mehr von denen eines gesunden Menschen. Für beide gelten die Ernährungsregeln der DGE. Diabetikerprodukte, die Fruchtzucker enthielten, wurden schon vor Jahren vom Markt genommen, nachdem bekannt geworden war, dass Fruchtzucker zwar den Blutzucker weniger stark anhebt als Traubenzucker, aber dass er das Risiko für eine Blutgefäßverkalkung erhöht.
Kohlenhydrate
Langkettige Zucker wie Stärke (aus Getreide, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchten) werden im Darm langsam abgebaut, erhöhen den Blutzucker nur wenig und sättigen lange.
Kurzkettige Zucker (wie Haushaltszucker, Milchzucker, Traubenzucker…) werden schnell aus dem Darm in das Blut aufgenommen, erhöhen den Blutzucker deutlicher und lassen mit dem Blutzuckerabfall Heißhunger entstehen.
Nimm Kohlenhydrate also insbesondere in Form von Vollkornbrot, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Hülsenfrüchten zu dir. Süßigkeiten, Eis, Kuchen und versteckte Zucker (z.B. in Ketchup, Joghurtzubereitungen…) sollten dagegen nur gelegentlich auf Ihrem Speiseplan stehen.
Als Süßungsmittel, z. B. für Kaffee, Tee, Desserts sind Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat, Aspartam verbreitet. Probiere alternativ auch einmal Stevia aus; die außerordentliche Süßkraft dieser Pflanze hat sich seit langem bewährt.
Meide Fruchtzucker, Glukose-Fruktose-Sirup, Sorbit, Xylit, Isomalt und Inulin. Sie sind oft in Zubereitungen von Joghurt, Marmelade, Getränken, Süßigkeiten, Gebäck u.v.a. enthalten – da hilft nur das Lesen der Zutatenliste!
Glykämischer Index
Lebensmittel, die einen hohen glykämischen Index (Maß für die blutzuckersteigernde Wirkung eines Lebensmittels) aufweisen, stehen im Verdacht, Übergewicht, Diabetes mellitus, Herzinfarkt, Darm- und Gebärmutterkrebs zu fördern. Wenn du dich nach den Regeln der DGE ernährst und Fastfood weitgehend meidest, verliert der glykämische Index für dich automatisch an Bedeutung.
Ballaststoffe
Ballaststoffe erhielten diesen Namen, da man sie früher für überflüssig hielt. Sie tragen ihren Namen jedoch völlig zu Unrecht, da sie uns wichtige Dienste erweisen. Sie bürsten unsere Darmwände sauber, binden Schadstoffe, wirken sättigend, beeinflussen Blutzucker und Blutfette günstig und bringen den Darm auf Trab. Die empfohlene tägliche Mindestzufuhr beträgt 30 g, enthalten in Hülsenfrüchten (bis 22%), Getreide (bis 13%), Trockenfrüchten und Nüssen (bis 10%), Obst und Gemüse (bis 5%). Um eine ausreichende Ballaststoffzufuhr zu gewährleisten, muss das tägliche Brot ein „Vollkornbrot“ oder ein „Vollwertbrot“ sein (1 Scheibe Vollkornbrot enthält etwa 5 g Ballaststoffe). Graubrot, Mehrkornbrot, Mehrkornbrötchen und alle anderen sind ballaststoffarm! Schwarzbrot verliert aufgrund seiner langen Backzeit fast alle Vitamine und ist deshalb nicht als tägliches Brot geeignet. Plane auch öfter Hülsenfrüchte in dein Essen ein, denn diese peppen die Ballaststoffbilanz im Handumdrehen auf!
Haferbrei
Ein besonderer Tip ist der tägliche Haferbrei – in England Porridge genannt – der mit seinem Ballaststoff Beta-Glucan zu einem stabilen Blutzuckerspiegel und oft auch zu seiner Senkung beitragen kann. Rezepte dazu findest du hier.
Gewichtsabnahme
Typ 2-Diabetiker sind in der Regel übergewichtig. Oft haben sie sogar ein sogenanntes metabolisches Syndrom (gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Wohlstandserkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Gicht, Diabetes mellitus).
Auch für Diabetiker stellt die Ernährung nach den Regeln der DGE die beste Basis dar.
Im Hinblick auf eine gewünschte Gewichtsabnahme sind dabei insbesondere die tägliche Sättigung mit den richtigen Kohlehydraten und mit ausreichend Obst und Gemüse als auch die Bevorzugung fettarmer Fleisch- und Milchprodukte hilfreich. So ernährst di dich auf eine gesunde Art und Weise, die jede Diät zum Abspecken überflüssig macht.
Bewegung
Besonders geeignet, auch für Senioren, sind Breitensportarten wie Spazierengehen, Walken, Wandern, Fahrradfahren und Schwimmen. Möglicherweise findest du auch über einen ärztlich verordneten „Rehabilitationssport“ Zugang zu einem regelmäßigen Muskeltraining.
Mit Hilfe von Sport verbrauchst du Energie, senkst deinen Zuckerspiegel und nimmst evtl. auch etwas ab. Sport 2-3 x wöchentlich, für jeweils 30-45 Minuten durchgeführt, hat viele weitere günstige Effekte: Aufbau von Muskelmasse und Muskelkraft, Steigerung der Kondition, Stärkung des Immunsystems, Risikosenkung für bestimmte Krebsarten, Zunahme von Selbstwertgefühl, Stimmung und sozialen Kontakten.
Suche dir Mitstreiter, denn gemeinsam lässt sich der innere Schweinehund leichter überwinden!
Weitere Informationen: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
vegetarisch.kompakt-billeburg.de