Gesund leben – ist das schwer?

540

Eigentlich nicht. Wir alle wissen, wie ein gesundes Leben aussehen würde. Wir sind mit diesen Informationen umfassend versorgt, durch Hören, Lesen und Miterleben von sogenannten Wohlstandskrankheiten (wie hoher Blutdruck, Übergewicht, Zuckerkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall …).
Niemand kann heutzutage mehr behaupten „das habe ich nicht gewusst“.

Warum ist es trotzdem so schwer, das Gewusste nachhaltig umzusetzen?
Wissenschaftler haben sich dazu Gedanken gemacht und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Etwa 40 % der altersmäßig vorzeitigen Todesfälle lassen sich auf ungesunde Verhaltensweisen zurückführen. Überall gegenwärtige Empfehlungen werden nicht umgesetzt – Wohlstandserkrankungen nehmen zu anstatt ab.

– Die Annahme, dass eine ausreichende Aufklärung zu besseren Entscheidungen führen würde, würde nur zutreffen, wenn Menschen überwiegend rational entscheiden würden. Das ist aber nicht der Fall. Dabei verhalten sich im Gesundheitsbereich Tätige (auch Ärzt:innen) trotz besseren Wissens auch nicht anders.

Menschliche Entscheidungen richten sich nach dem Gefühl vermeintlicher Verluste, weniger nach dem Verstand. Wird der Verzicht auf Fleischwaren oder auf Zigaretten als Verlust empfunden, dann wird der Zustand eben nicht geändert. Der aktuelle Zustand wird weiter bevorzugt. Trotzdem denken die meisten Menschen, sie würden ihr Leben mit dem Verstand (rational) managen – durch Verdrängen der Probleme werden sie dann Opfer ihrer anhaltend emotionalen Entscheidungen.

Menschen treffen überwiegend Entscheidungen für die Gegenwart. In diesem „hier und jetzt“ entscheiden sie sich für die Pizza und nicht für den Gemüseteller bzw. für das Sofa und nicht für den Sport. Die momentan als eher unangenehm empfundenen Entscheidungen werden dadurch in die Zukunft verschoben. Wenn das andauernd passiert, passiert halt nichts. Auch Sylvester nimmt man sich ja vor, „ab morgen“ der klügere Mensch zu sein, nie ab heute oder ab vorgestern.

Gewohnheiten zu ändern ist immer schwer – egal um welches Thema es dabei geht. Unterstützt wird das Beibehalten von unguten Angewohnheiten durch eine mangelnde Selbstkontrolle. Angewohnheiten machen Veränderungen also ziemlich unwahrscheinlich.

Wie kann ich eine Angewohnheit überlisten?
Es gilt, eine Selbstverpflichtung zu erstellen und die Selbstkontrolle zu verbessern. Dazu können folgende Maßnahmen hilfreich sein.

Erstelle eine schriftliche Verpflichtung.
Schreibe dazu deinen Änderungswunsch auf, klebe ihn an den Badezimmerspiegel, lies ihn jeden Morgen und jeden Abend beim Zähneputzen und wiederhole ihn 1x laut (das dient der Autosuggestion, von der man weiß, dass sie sehr wirksam ist).

Erstelle mündliche Verpflichtungen.
Teile deiner Umgebung deinen Änderungswunsch mit und begründe ihn. Dadurch wirst du dich intensiver verpflichtet fühlen, dein Ziel auch wirklich zu erreichen.

Verändere nicht zu viel auf einmal. Lass‘ dir für eine Veränderung 3 bis 6 Monate Zeit, bis du die nächste in Angriff nimmst.

Stell‘ dir eine Belohnung in Aussicht.
Überlege, welche Maßnahme dir gefallen würde – ein Theaterbesuch, mal vegetarisch essen gehen, ein Saunabesuch oder etwas ganz anderes. Vorfreude ist die beste Freude!

„Wo eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere“. Sehr wahrscheinlich wird dich diese Tür, die ja selbst öffnen willst, zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen und zu einem besseren Befinden führen!


Ausführlichere Information zum Thema findest du hier:
Deutsches Ärzteblatt: Archiv „Einsatz verhaltensökonomischer Interventionen zur Verbesserung ärztlicher Entscheidungen“ (23.09.2022) (aerzteblatt.de)

vegetarisch.kompakt-billeburg.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie
Schließen
Vegetarisch Kompakt mit Sigrid Steeb © All rights reserved.
Schließen