Histaminintoleranz – Fallbeispiele

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Risiko Histaminintoleranz
Eine 45-jährige Frau, der eine oft verstopfte Nase auffiel – mit Mundatmung und Austrocknung der Schleimhäute über Nacht – stellt sich beim HNO-Arzt vor: dieser empfiehlt eine Operation (ohne konkrete Diagnose). Die Frau lehnt das ab und kommt später im Leben, nach Erkenntnis ihrer Histaminintoleranz, mithilfe einer Ernährungsumstellung gut zurecht.
Eine gut 60-jährige Frau, der ihre Histaminintoleranz schon seit Jahren bekannt ist, besucht abends ein Fest und bedient sich verständlicherweise am Buffet, ohne dass ihr die einzelnen Zutaten bekannt sein könnten. Nachts wacht sie kaltschweißig auf, verspürt Übelkeit und Herzrasen, muss erbrechen und wird ohnmächtig. Mit dem Aufwachen geht es ihr besser (Anm.: hier würde ich den Verdacht auf eine supraventrikuläre Tachykardie mit Kreislaufdekompensation stellen).
Ein 12-jähriges Kind, bei dem seit 4 Jahren der Verdacht auf eine Histaminintoleranz besteht (häufiger Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden, Besserung mit histaminarmer Kost) beginnt, möglicherweise angeregt durch ihre Peargroup, histaminreiche Convenience- und To go-Produkte zu sich zu nehmen. Eines Tages kommt es zu Bauchschmerzen, deren Lokalisation und Charakter stark an eine Blinddarmentzündung denken lassen. Das Kind wird in einer Kinderklinik vorgestellt, wo man es nach einer Ultraschalluntersuchung mit der Bemerkung entlässt, man könne keinen Hinweis auf eine Blinddarmentzündung feststellen. Immerhin wurde so eine OP vermieden (sogar ohne Blutbild, denn das Blutbildgerät war zu dem Zeitpunkt gerade defekt). Allerdings gab es auch keinerlei Ratschlag zu einer anderen Ursache der Bauchschmerzen. Übrigens war das Kind schon 4 Jahre zuvor in derselben Klinik untersucht worden – mit unauffälligen Atemtests für Lactose und Fructose. Als die Eltern dann die Möglichkeit einer Histaminintoleranz erwähnten, begann das große Schulterzucken und das müde Lächeln – so wie es auch die meisten anderen Menschen mit Histaminintoleranz kennenlernen.
– Ein 92-jähriger Mann hat sein Leben lang unter Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Oberbauchbeschwerden gelitten. Er war beruflich und ehrenamtlich viel unterwegs, was regelmäßig mit Empfängen und Außerhaus-Mahlzeiten verbunden war. Immer wieder beklagt er im Rahmen seiner Bauchbeschwerden, er habe wohl zu viel und falsch gegessen. Im Alter von etwa 45 Jahren wurde eine Gallenblasenentfernung durchgeführt, ohne dass anschließend eine Besserung eingetreten wäre (auch sein Großvater soll unter häufigen Oberbauchbeschwerden gelitten haben und an der Gallenblase operiert worden sein). Im Alter von 92 Jahren wird der Senior wegen erneuter Oberbauchbeschwerden akutstationär eingewiesen. Es werden Bauch-CT, Magen- und Darmspiegelung, Ultraschall und ausführliche Laboruntersuchungen durchgeführt – alles mit unauffälligen Ergebnissen. Der Senior, der kurz danach durch eine Radiosendung auf die Histaminintoleranz aufmerksam gemacht wird, beginnt mit einer histaminarmen Kost. Die Umstellung fällt ihm nicht leicht, doch er bleibt anhand einer Lebensmittelliste dabei und verspürt eine deutliche Besserung. Insbesondere wegen der Schlafstörung nimmt er vorübergehend ein Antihistaminikum ein, das ihm umgehend Schlaf verschafft.


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