Brauche ich eine Diagnose?
Ein Histaminüberschuss oder ein MCAS bzw. MCAD (mastcell activation disease) betrifft immer mehrere Organe und das mit ganz unterschiedlichen Symptomkombinationen. Weil die Mastzellen des einen diese Botenstoffe ausschütten und bei dem anderen ganz andere. Ohne fundierte ärztliche Diagnose kannst du dich da schnell verzetteln, mit der Folge, dass du dir unpassende Maßnahmen auferlegst.
Bei meinen Recherchen bin ich auf eine Doktorarbeit gestoßen, die zwar nicht so neu ist wie die Magellanstudie, aber doch sehr umfangreich darüber informiert, was Ursache und Wirkung und die Symptomvielfalt beim MCAS angeht:
„Universität Tübingen / Phänotypische und histologische Charakterisierung von Mastzellaktivitätserkrankungen in einem rheumatologischen Patientenkollektiv / pdf“
Und ja, du benötigst eine Diagnose – schwarz auf weiß
MCAS-Betroffene sind krank – chronisch krank. Denn MCAS lässt sich nicht heilen. Im Gegenteil – meistens nehmen die Symptome im Laufe des Lebens noch zu. Und deshalb ist es auch so wichtig, die richtige Diagnose zu haben. Um sie bei jedem Arzt, im Krankenhaus, im Pflegeheim … vorlegen zu können. Als schriftlichen Beweis und weil dir sonst sowieso niemand glaubt.Falls du noch keine ärztliche Diagnose hast, dann melde dich in einer der Spezialambulanzen an, die an Universitätskliniken zu finden sind (wie in Berlin, Lübeck, Würzburg …). Du findest diese Ambulanzen am ehesten unter dem Stichwort Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Geh auf jeden Fall von einer langen Wartezeit aus. Nutze diese Wartezeit, um dir Klarheit darüber zu verschaffen, was dir schadet und was dir nützt. Dennmit ziemlicher Sicherheit werdenExpert:innen werden dich fragen:
– welche Symptome du hast und seit wann
– ob du zeitliche Zusammenhänge mit Ernährung und Stress festgestellt hast
– ob ein Antihistaminikum (wie Cetirizin) deine Symptome lindert
– welche Untersuchungen bereits durchgeführt wurden (Blutuntersuchungen, Magen- und Darmspiegelung, Atemteste …). Nutze die Wartezeit auch, um diese Untersuchungen ggf. zu komplettieren.
Auch eine Vorstellung im ZPSE Bonn kann weiterhelfen. MCAS ist immer eine Ausschlussdiagnose, das heißt dass zuvor immer andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen. Die umfangreiche Blutdiagnostik, die im ZPSE gemacht wird, kann hierzu beitragen. Das ist schon mal viel wert.
Hilfe aus der Natur
Weniger Histamin und weniger Liberatoren
Ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die „nur“ ein MCAS haben und keine andere dazwischen funkende Erkrankung, deutlich von einer histamin- und liberatorarmen Ernährung profitieren. Sie hilft definitiv, den Symptomen die Spitze zu nehmen. Und noch eins kann ich sagen: Die Angaben der SIGHI-Liste treffen in fast schon verblüffender Weise zu, nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Betroffenen. Übersichtlicher sind aber meine Positivlisten, die du auch auf meiner Webseite findest. Schwierig wird es immer dann, wenn eine Mehrfachintoleranz vorliegt – lass‘ dir in einem solchen Fall unbedingt eine Ernährungsberatung verordnen!
Schwarzkümmelöl, ein natürlicher Mastzellstabilisator
1 ml jeden Morgen sorgt dafür, dass ich gegen mein – zugegebenermaßen mildes Asthma – kein Asthmaspray mehr benötige. Auch mein Schlaf besserte sich spürbar. Ein Versuch lohnt sich – möglicherweise auch gegen eines der vielen anderen Symptome.
Und trotzdem
Meine Ernährung darf ich nicht lockern – sofort geht es wieder los. Und es ist in keiner Weise so, wie manche beschreiben, dass sie irgendwann „wieder alles vertragen“. An einer angepassten Ernährung geht für mich kein Weg vorbei; das musste ich im Laufe der Zeit schmerzlich erkennen. Aber auch durfte ich erkennen, dass man trotzdem lecker essen kann. Und ich hätte ohne MCAS möglicherweise das ein oder andere leckere Rezept gar nicht kennen gelernt, wie Aprikosen-Chutney oder Zucchini-Carpaccio (über den Link in meiner bio zu finden).
Zahnhygiene
Regelmäßig Zähne putzen, Zahnbürstchen und Zahnband benutzen. Denn auch kleine Speisereste, die vor sich hin gammeln, können wie Liberatoren wirken!
Mehr Entspannung
Unser way of life ist mit viel Stress belastet – trotz Waschmaschine und Co. Es sind Arbeit, Haushalt, Bürokratie, Termine, Wege und Zwistigkeiten, die uns scheuchen und nicht zur Ruhe kommen lassen. Da hilft es, bewusst Entspannungsphasen einzubauen – jeder wie er mag, immer aber offline! Aufenthalt in der Natur, im Garten oder Park, Spaziergänge im Wald oder am Wasser, Pause mit Blick in die Natur, Lesen, Spiele, Sport, Atemübungen, Entspannungsübungen (wie PMR), Autosuggestion, Imagination und und und