Eine optimal angepasste Ernährung angepasst kann bei Histaminintoleranten zu einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden führen. Diese Chance sollte nicht ungenutzt bleiben! Sorgen wir also dafür, dass ein Mast cell complient feeding (MCCF) unsere Mastzellen vom Nahrungsstress befreit und dafür sorgt, dass sie ihre Histamingranula brav bei sich behalten und nicht ausschütten.
Die SIGHI-Liste anzusehen ist aufgrund ihrer Ausführlichkeit zwar etwas unübersichtlich, vermittelt uns jedoch auf die Schnelle unverträgliche und verträgliche Lebensmittel:
https://www.mastzellaktivierung.info/downloads/foodlist/SIGHI-FoodList_DE_Histamin_alphabetisch_inKategorien.pdf
Da Unverträglichkeitslisten für uns zwar wichtig, aber auch immer wieder frustrierend sind, findest du in diesem Beitrag etwas anders aufgebaute Listen – diese sollen uns eine gesunde und leckere Ernährung gewährleiten und dabei Lust auf mehr machen!
Die Positivliste zeigt dir Produkte, die für unsere Mastzellen als unbedenklich eingestuft werden.
Die Interimsliste führt minder verträgliche Sorten auf, die in geringer Menge jedoch auch noch verträglich sein können. Hier heißt es „kleckern und nicht klotzen“.
Beide Listen beinhalten handelsübliche Sorten und Erfahrungswerte. Eine Gewährleistung für die individuelle Verträglichkeit kann jedoch für keine der Listen übernommen werden, denn diese muss in jedem Fall eigenständig beobachtet und beurteilt werden.
Negativlisten müssen auch sein, denn es gibt Lebensmittel, die wir von vornherein von unserem Teller verbannen sollten, da sie uns nicht gut tun.
Merken solltest du dir schon einmal:
– alles Abgestandene, Abgehangene und Aufgewärmte,
– alles Eingelegte (sofern nicht selbst eingelegt),
– alles Fermentierte (wie Sauerkraut, Sojasoße, Kimchi …),
– alles Geräucherte (außer Rauchsalz) und
– alles Scharfe.
Und nun geht’s erst richtig los!
Brot + Gebäck
Positivliste: Basis sind verträgliche Getreidesorten (s.u.), Samen, Gewürze (s.u.) + Weinstein-Backpulver. Laugengebäck.
Interimsliste: Backwaren mit Weizenmehl. Brot + Gebäck mit relativ kurzer Hefeteigführung (bis 2 Stunden).
Negativliste: Sauerteigbrot und Brotwaren mit langer Hefeteigführung (mehr als 2 Stunden bis overnight).
Fette, Öle + Essig
Positivliste
Albaöl (ein Rapsöl mit Buttergeschmack), Butter, Kürbiskernöl, Kokosfett, Leinöl, Majonäse DIY, Margarine, Leinöl, Margarine, Olivenöl, Palmöl, Rapsöl, Schwarzkümmelöl
Branntweinessig (= Tafelessig), Essigessenz, Essig aus verträglichen Früchten
Interimsliste
Kakaobutter, Sesamöl, Sonnenblumenöl
Apfelessig
Negativliste
Distelöl,Erdnussöl, Walnussöl
Balsamicocreme, Himbeeressig, Rotweinessig, Weißweinessig, Sojasoße
Gemüse
Positivliste
Artischocke, Blattsalat, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Chinakohl, Feldsalat, Grünkohl, Kartoffel, Knollensellerie, Kürbis, Maronen, Möhre, Paprika, Pastinake, Petersilienwurzel, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Salatgurke, Schwarzwurzel, Spitzkohl, Staudensellerie, Steckrübe, Süßkartoffel, Spargel, Zucchini …
Interimsliste
Erbse,Grüne Bohne,Ingwer, Knoblauch, Kohlrabi, Mangold, Rosenkohl, Wirsing, Zuckerschote, Zwiebelgewächse (Lauchzwiebel, Porree, Zwiebeln) …
Negativliste
Aubergine, Avocado, Brennessel, Olive, Rucola, Sauerkraut, Spinat, Tomate …
Getränke
Positivliste: Tee mit Eisenkraut, Kamille, Lindenblüte, Pfefferminz, Roibusch, Salbei, Verbene. Leitungswasser, alle Säfte verträglicher Obstsorten und deren Sirup.
Interimsliste: Brennessel, Grüntee, Kräutermischung, Matetee. Mineralwasser, Hafer-Drink, Reis-Drink.
Espresso, Kaffee, Histaminfreier Wein (unter 0,.1 mg/l), Coca-Cola.
Negativliste: Schwarztee, alle Alkoholica, Energy-Drink, Kakao, Soja-Drink.
Getreide
Positivliste
Dinkel, Grünkern, Hafer, Hirse, Khorasan, Mais, Reis, Quinoa
Interimsliste
Amaranth, Gerste, Gluten (Weizenkleber), Roggen, Weizen
Negativliste
Buchweizen, Weizenkeime
Gewürze
Positivliste: Bohnenkraut, Gewürznelke, Kardamom, Koriander, Kümmel, Kurkuma, Meersalz, Oregano, Paprikapulver edelsüß, Petersilie, Rosmarin, Schwarzkümmel, Thymian, Wacholderbeere, Zimt, Selfmade-Gewürze.
Interimsliste: Ingwer, Jodsalz, Knoblauch, Muskat, Vanille.
Negativliste: Chili, Cumin (Kreuzkümmel), Curry, Brühextrakt, Hefeextrakt, Pfeffer, Scharfe Gewürze, Schnittlauch, Senf.
Hülsenfrüchte, Pilze + Algen
Positivliste Kidneybohne, Mungobohnensprossen
Interimsliste
Gelbe Erbse, Grüne Erbse, Grüne Bohne, Rote Linse, Zuckerschote
Negativliste
Dicke Bohne (= Saubohne, Favabohne), Braune Linse, Kichererbse, Lupinenbohne, Weiße Bohne, Sojabohne und all ihre Produkte (Tofu, Sojasahne …). Erdnüsse (sie gehören botanisch zu den Hülsenfrüchten).
Kräuter
Positivliste: Basilikum, Bohnenkraut, Estragon, Majoran, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian.
Interimsliste: Bärlauch, Dill, Schnittlauch.
Negativliste: Bockskornklee, Schabzigerklee.
Milchprodukte
Positivliste: Brie, Butter, Butterkäse, Cremige Kokosmilch (Dose), Frischkäse natur, Gouda jung, Halloumi, Hüttenkäse, Kuhmilch (auch H-Milch), Mascarpone, Mozzarella, Quark (alle Fettstufen), Sahne, Schafsmilch, Schafskäse, Ziegenmilch, Ziegenkäse.
Interimsliste: Buttermilch, Creme fraiche, Feta (Hirtenkäse), Joghurt natur, Kefir, Schmand, Saure Sahne.
Negativliste: Blauschimmelkäse, Cheddar, Emmentaler, Frischkäsezubereitung, Harzer, Parmesan, Raclettekäse, Roquefort, Schmelzkäse.
Nüsse + Samen
Positivliste: Buchweizen, Chiasamen, Flohsamen, Kapern, Kokosnuss, Kürbiskern, Leinsamen, Macadamianuss, Marone, Paranuss, Pistazie.
Interimsliste: Cashewkern, Guarkern, Haselnuss, Mandel, Mohn, Pinienkern, Sesam.
Negativliste: Erdnuss, Johannisbrotkern, Kakaobohne, Pekannuss, Sonnenblumenkerne, Walnuss.
Obst
Positivliste Obst
Acerolakirsche, Apfel, Aprikose, Blaubeere, Brombeere, Cranberry, Dattel, Drachenfrucht, Holunderbeere, Honigmelone, Johannisbeere, Kaki, Kokosnuss, Marille, Nektarine, Pfirsich, Preiselbeere, Quitte, Sauerkirsche, Schwarze Holunderbeere, Stachelbeere, Weintraube …
Interimsliste Obst
Banane (ohne braune Stellen), Birne, Feige, Hagebutte, Mango, Pflaume, Rhabarber, Süßkirsche, Wassermelone, Zwetschge …
Negativliste Obst
Ananas, Avocado, Banane (überreif), Erdbeere, Grapefruit, Himbeere, Kiwi, Limette, Mandarine, Orange, Papaya, Pomelone, Zitrone …
Zucker + Co
Positivliste: Ahornsirup, Agavendicksaft, Honig, Sirup aus verträglichen Zutaten (Karamell / Obst),
Rohrzucker, Rübenzucker, Stevia,
Fruchtzucker, Milchzucker, Traubenzucker, Glucose, Haushaltszucker, Invertzucker.
Interimsliste: Weiße Schokolade.
Negativliste: Malzextrakt, Süssholz, Vollmilchschokolade, Zartbitterschokolade.
Zusatzstoffe
Positivliste: siehe SIGHI-Liste
Interimsliste: Fleischersatzprodukte auf Erbsen- oder Seitanbasis, Auswärts- bzw. Kantinenessen.
Negativliste: alle Convenienceprodukte, Fast Food, weiter siehe SIGHI-Liste
Zuguterletzt
Natron: Mit Natron = Natriumhydrogencarbonat lässt sich angeblich nicht nur putzen, sondern auch backen. Nach einigen Versuchen unter Berücksichtigung aller Empfehlungen (wie Säurezugabe) habe ich das mit dem Backen jetzt aufgegeben. Der Backwarengeruch ist wie wir finden so gar nicht angenehm – und die morgens gebackenen Brötchen riechen nach Fisch und schmecken sogar etwas danach – nein danke! Also belassen wir es bei dem „Kaiser Natron“ zum Putzen und für andere „Haushaltstricks“.
Weinsteinbackpulver: Es enthält im Gegensatz zum üblichen Backpulver keine Diphosphate (E450) , sondern Kaliumtartrat, das bei Histaminintoleranz verträglich ist. Mengenmäßig wird es genauso verwendet wie das übliche Backpulver (15 g auf 500 g Mehl). Allerdings finde ich, dass es Brot und Brötchen einen leicht kuchenartigen Geschmack verleiht.
Vitamin C-Pulver: Hast du mal mit Histamin über die Stränge geschlagen oder bist du in eine der vielen Histaminfallen getappt, so hilft Vitamin C-Pulver (250-500 mg) in 1 Glas Wasser. Vitamin C gilt zwar als leichter DAO-Blocker, scheint bei Histaminüberlastung – also wenn das Fass voll ist – jedoch mehr zum Histaminabbau beizutragen als zu einer DAO-Blockade. Vitamin C-Pulver findest du im Drogeriemarkt.
Bio-Gemüsebrühpulver: Dies ist frei von Glutamat und beinhaltet weniger Zusatzstoffe.
Eier: Das Eigelb soll gut, das Eiweiß soll nicht gut verträglich sein. Das ist erst einmal nachvollziehbar, da aus dem Eiweiß während des Abbauprozesses in unserem Körper Histamin entsteht. Wenn jemand schon etwas länger an einer Histaminintoleranz leidet, spürt er in der Regel ziemlich genau, was er verträgt und was nicht. Meine Erfahrung zu Eiern ist bislang nicht eindeutig.
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